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    Erste Herzklappe mit Katheter eingesetzt: Elisabeth-Krankenhaus Essen erweitert Behandlungsspektrum

    Am Freitag, dem 14. November 2008, wurden im Herz- und Gefäßzentrum des Elisabeth-Krankenhauses Essen die ersten beiden Aortenklappen mittels Katheter-Technik erfolgreich eingesetzt. Die beiden Patienten – eine 80-jährige Frau und ein 77-jähriger Mann – haben sich von dem Eingriff bereits gut erholt. „Wir sind sehr stolz, jetzt den perkutanen, endovaskulären Aortenklappenersatz, wie diese vielversprechende neue Katheter-Technik heißt, in unserem Behandlungsspektrum anbieten zu können“, freut sich Privatdozent Dr. Christoph K. Naber, Leitender Arzt der Abteilung für Invasive Kardiologie im Herz- und Gefäßzentrum des Krankenhauses.

    Wie den beiden Patienten geht es vielen älteren Menschen, sie leiden, oft sogar unerkannt, unter einer Verengung der Aortenklappe, der so genannten Aortenklappenstenose. Ursache sind hierzulande meist altersbedingte degenerative Veränderungen an der am meisten beanspruchten Klappe im Herzen. Typisches Symptom ist die Atemnot bei Belastung, manchmal führt die Erkrankung unter Belastung auch zu einem Engegefühl in der Brust oder einer kurzzeitigen Bewusstlosigkeit. Mit fortschreitender Klappenverengung tritt die Luftnot auch im Ruhezustand auf und die Lebensqualität ist erheblich eingeschränkt. Im Folgenden kommt es häufig zu einer akuten Herzschwäche, die mit einem Lungenödem einhergehen kann. Da es keine wirksamen Medikamente gegen diese Verengung der Herzklappe gibt, half bisher nur der Ersatz der Aortenklappe durch eine Operation. Dabei muss das Brustbein geöffnet, das Herz vorübergehend stillgelegt und seine Funktion durch eine Herz-Lungen-Maschine ersetzt werden – ein bei betagten oder schwer kranken Patienten oft riskanter Eingriff. „Die neue Katheter-Technik ist für diese Patientengruppe eine erfolgversprechende und schonendere Alternative zur Operation am offenen Herzen“, so Dr. Naber. „Die Ersatzklappe wird über einen speziellen Katheter eingebracht. Dafür ist lediglich ein kleiner Schnitt in der Leiste notwendig. Durch diese Pforte wird dann der Katheter mit der Ersatzklappe über die Beinarterie bis zum Herzen vorgeschoben. Die verwendeten Herzklappen bestehen aus einem biologischen Gewebe, welches in ein Metallgeflecht eingenäht ist. Sie lassen sich vor dem Eingriff auf wenige Millimeter zusammenfalten. Im Herzen angekommen wird die neue Klappe dann über die defekte Aortenklappe geschoben. Die die Klappe ummantelnde Metallstütze besitzt ein eingebautes Erinnerungsvermögen, dass so genannte ‚store memory alloy’, welches sich nach dem Einsetzen im Herzen selber entfaltet und die neue Klappe an Ort und Stelle positioniert.“

    Bereits einen Tag nach dem Eingriff konnten beide Patienten mobilisiert werden und die ersten Schritte mit neuer Herzklappe und ohne die vor dem Eingriff bestehende extreme Luftnot zurücklegen. Nach Ausheilung der Punktionsstelle in der Leiste werden sie in wenigen Tagen mit wiedergewonnener Lebensfreude und -qualität nach Hause entlassen.

    www.elisabeth-essen.de

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