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Deutscher Lungentag in Bad Dürrheim – Selbsthilfegruppe in der Espan-Klinik zu Gast
Anlässlich des 12. Deutschen Lungentages am 26.09.2009 war eine Selbsthilfegruppe zu einem Tagesseminar in der Espan-Klinik, Rehabilitationsfachklinik für Atemwegserkrankungen in Bad Dürrheim. Begrüßen konnte der Geschäftsführer, Herr Heiko Biedehorn, Mitglieder der Selbsthilfegruppe Lungenemphysem-COPD- Deutschland, Regionalgruppe Südbaden aus Weil am Rhein
Der Schwerpunkt des Seminars, das in Kooperation mit der Firma Talecris ausgerichtet wurde, war das Krankheitsbild „Alpha-1-Antitrypsinmangel“.
Diese Mangelerkrankung ist die häufigste genetisch bedingte Ursache des Lungenemphysems bei Erwachsenen.
Diagnostische Testinstrumente und die Substitutionstherapie (Ersatztherapie mit dem Medikament Prolastin) sind zwar seit 15 Jahren verfügbar, dennoch wird der Alpha-1-Antitrypsinmangel nur selten erkannt. Bei Menschen mit einem schweren Alpha-1-Antitrypsinmangel lagen durchschnittlich 7,2 Jahre zwischen dem Auftreten der ersten Krankheitszeichen und der ersten Diagnose.
Die Anzahl der noch nicht diagnostizierten Fälle in der Bevölkerung wir als relativ hoch angesehen, da die Symptome meistens einer COPD (chronisch obstruktiven Lungenerkrankung) zugeordnet werden und nicht mit einen Alpha-1-Antitrypsinmangel in Verbindung gebracht werden.
Insgesamt ist das Wissen um diese Erkrankungsursache auch bei den schon von einer COPD Betroffenen nicht sehr stark ausgeprägt.
Um dieses Wissensdefizit abzubauen wurde von der Espan-Klinik ein entsprechendes Tagesseminar konzipiert, das von interessierten Selbsthilfegruppen in Anspruch genommen werden kann.
Nach einer kurzen Vorstellung der Espan-Klinik durch den Geschäftsführer, Herrn Heiko Biedehorn, vermittelte die Ernährungsberaterin Frau Annette Müller grundsätzlich Informationen über eine gesunde Ernährung. Eine Beeinträchtigung der Atmung durch ein Lungenemphysem führt zu verstärkter Atemarbeit und damit zu einem deutlich erhöhten Kalorienverbrauch. Fünf Mahlzeiten am Tag sind ein probates Mittel, um die notwendige Anzahl an Kalorien ernährungsbewusst dem Körper zuzuführen, so die Kernaussage des Vortrages von Frau Müller.
Das Seminar wurde fortgesetzt mit einer Übersicht über die physikalischen Anwendungsmöglichkeiten, die im Rahmen einer stationären Rehabilitation zum Einsatz kommen. Im Vordergrund standen die verschiedensten Formen der Atemtherapie. Die Therapieleiterin der Espan-Klinik, Frau Michaela Frisch, legte in Ihrem Vortrag vor allem Wert auf die „Alltagstauglichkeit“ der Übungen. Für einen lang anhaltenden Therapieerfolg ist es äußerst wichtig das in der Rehabilitation erlernte auch zu Hause weiter durchzuführen. „Erst dann stellt sich der erhoffte langfristige Erfolg ein.“ so die Aufforderung an die Teilnehmer. Lungensport ist, auch wissenschaftlich inzwischen erwiesen, gleichwertig zu der Behandlung mit Medikamenten anzusehen. Aktuelle Studien weisen eine deutliche Steigerung der Lebensqualität auf, wenn regelmäßig Lungensport betrieben wird. Dabei geht es nicht um sportliche Höchstleistungen, sondern um ein dem Krankheitsbild angepasstes Training von Ausdauer, Kraft und Beweglichkeit.
Chefarzt Michael Schnölzer beschrieb in seinem Vortrag das Krankheitsbild COPD aus medizinischer Sicht und skizzierte alle wesentlichen Elemente einer modernen stationären Rehabilitation, von der Diagnostik über die psychologische Betreuung bis hin zu den immer wichtiger werdenden Schulungsangeboten.
Die Espan-Klinik ist seit 2 Jahren „Alpha-1-Center“, d.h. die Klinik verfügt über eine besondere Kompetenz in der Beratung und Behandlung von Rehapatienten mit diesem Krankheitsbild. In Schulungen und bei Kongressen wird dieses Wissen in Zusammenarbeit mit der Firma Talecris erweitert und ausgebaut.
So konnte Herr Schnölzer in seinem Abschlussvortrag die Teilnehmer über die aktuellsten wissenschaftlichen Erkenntnisse zu den Behandlungsmethoden informieren.
Eine Vielzahl von Teilnehmern nutze danach das Angebot sich mit einem einfachen Verfahren auf das Vorliegen eines Alpha-1-Antitrypsinmangels testen zu lassen. Mithilfe von einigen Blutstropfen, die auf das sogenannte „Alpha-Kit“ aufgebracht werden, ist es dem Zentrallabor in Marburg möglich, einen entsprechenden kostenlosen Test durchzuführen. Sollte ein Test positiv ausfallen, werden die Betroffenen umgehen informiert und eine entsprechende Behandlung kann eingeleitet werden.
Alle Vorträge und die entsprechenden Pausen wurden von den Teilnehmern zu intensiven Diskussionen genutzt.
Die Espan-Klinik hat sich mit Ihrem Seminarprogramm für Selbsthilfegruppen zum Ziel gesetzt, aktuelle Informationen zur Behandlung von Atemwegserkrankungen in strukturierter Art und Weise den Betroffenen zu vermitteln und vor allem auf die positiven Effekte einer stationären Rehabilitation in einer Fachklinik hinzuweisen.



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