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Ärztekammer Niedersachsen warnt vor Ärztemangel: Zahl der Medizin-Absolventen wird mittelfristig nicht die Nachfrage decken
Hannover (äpn) – Die Ärztekammer Niedersachsen befürchtet mittelfristig einen Ärztemangel für Niedersachsen. Zwar registrierte die Kammer bei der jüngsten Auswertung am 30. September mit 34.007 Mitgliedern einen neuen Höchstwert, aber die Altersstruktur der Ärzteschaft gibt Anlass zur Sorge. „Wir erwarten, dass in den kommenden zwölf Jahren mehr als 4.200 Ärzte in den Ruhestand gehen werden. Die Zahl neuer Absolventen wird kaum die Abgänge kompensieren können. Zugleich wird der Be-darf an gut aus- und weitergebildeten Medizinern steigen, unter anderem weil der Anteil älterer Menschen in unserer Gesellschaft wächst“, erklärte Kammerpräsidentin Dr. med. Martina Wenker heute in Hannover.
Die aktuelle Ärztestatistik weist für Niedersachsen 13.284 Ärztinnen und 20.723 Ärzte aus. Von den insgesamt 34.007 Ärzten sind allerdings 6.933 ohne ärztliche Tätigkeit – das bedeutet in der Regel, sie sind bereits im Altersruhestand. „Die Gesamtzahl der registrierten Ärztinnen und Ärzte ist für die Versorgungsprognose allein nicht aussagekräftig, vielmehr bedarf es einer differenzierten Analyse. Und danach werden im Jahr 2020 rund 1.000 Hausärzte in Niedersachsen fehlen, wenn die Ausbildungszahlen nicht gesteigert werden“, so Dr. Wenker.
Auffällig in der jüngsten Ärztestatistik ist der steigende Anteil der Ärztinnen, die heute immerhin 39,1 Prozent der niedersächsischen Ärzteschaft ausmachen. Vor zehn Jahren betrug der Anteil weiblicher Mitglieder in der Ärztekammer erst 35,1 Prozent. Eine Männerdomäne ist nach wie vor die Innere Medizin: Mit 3.386 Ärzten sind hier noch fast doppelt so viele Männer tätig wie Frauen (1.706 Ärztinnen). Doch die meisten Fachrichtungen verzeichnen einen zunehmenden Anteil beruftätiger Ärztinnen. In etwa ausgeglichen ist der Frauen- und Männeranteil bereits in der psychotherapeutischen Medizin, in der Kinderheilkunde und in der Gynäkologie.
In eigener Praxis arbeiteten zum Stichtag 11.299 Ärzte. In den Kliniken Niedersachsens waren zudem 12.644 Mediziner tätig. Andere Tätigkeitsfelder der Ärzte liegen im öffentlichen Gesundheitsdienst, bei Behörden, Körperschaften oder Krankenkassen.
Kontakt: Jörg Blume, Stellvertretender Pressesprecher der Ärztekammer Niedersachsen
Telefon: (05 11) 3 80 21 80, E-Mail: joerg.blume@aekn.de.
ÄRZTEKAMMER NIEDERSACHSEN
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